Agenda 21-Bildungspartnerschaft:Projekte-Garten im Heubühl mit Agenda 21 San Pablo/Peru (APDASA)
Seit nunmehr 12 Jahren besteht eine Pfarrei-Partnerschaft: St.Peter
und St.Paul Bruchsal zu San Pedro y San Pablo Peru im südlichen
Anden-Hochland (3500 m Höhe, zwischen Cusco und Puno)
Ende
Nov 98 wendet sich der Gemeindepfarrer Pater Gabriel an Rudolf Sessler
mit der Bitte, Gartenbau mit den Katecheten zu beginnen. R. Sessler ist
skeptisch, da kein Gartenbau in der Region zu finden ist. Auf
intensives Drängen von Pater Gabriel wird ein Versuch im
Pfarrgarten (zuvor Maisacker) durchgeführt. Nach drei Monaten
liegen die Fotos von hervorragenden Ernteergebnissen vor.
Im August
2000 kann R. Sessler zahlreiche Gemeinschaftsgärten (spontane
Imitationen des Basisgartens) in Höhen bis zu 4000 m besuchen,
Sämereien und didaktische Hilfen bereitstellen.
Es folgen
fünf mehrwöchige Beratungseinsätze in den folgenden
Jahren.In dieser Zeit werden biologische Sämereien zur Nachzucht
eingeführt, Kaninchen-, Meerschweinchen-, Bienen und Karpfenzucht,
Naturmedizin. z.T. experimentell entwickelt.
Die unerwartet schnelle und positive Entwicklung des Projektes basiert weitgehnd auf folgenden Voraussetzungen:
- Engagement und Motivationskraft (Spiritualität) von Pater Gabriel, befreiungstheologisch orientiert.
Leider wird Pater Gabriel Anfang 2OO2 versetzt. Der
Anthropologie-Student Juan Luis Camacho (Lucho)
übernimmt die Projektleitung - Hochmotivierte Katecheten,
fast durchweg arme Kleinbauern, die Gartenbau und Pastoral
miteinander verbinden.Sie erhalten für ihre
Beratungs-und Kursarbeit Taschengelder ( 50 Cent pro Stunde)
- Gute Resonanz bei den christlichen Gemeinschaften in den Bergdörfern
- Auf
wenigen Regeln basierender Ökogartenbau. Einführung von
Rechen und leichten Hacken, die vom Schmied
hergestellt werden.
- Biologisches Saatgut, das zunehmend selbst nachgezogen wird.
- Experimentelle
und emanzipatorische Projektstrategie auf der Basis von Prinzipien
(Transparenz, Kritik und Selbstkritik, Lernen durch
Versuch und Irrtum, gegenseitiges Lernen, effektives
Arbeiten…)
- Gartenbau, Spiritualität ( Pachamama =
Mutter Erde und Befreiungstheologie ) und Kultur ( Tanzen und Singen
und Musizieren ) werden in das Projekt integriert und in zahlreichen
Gemeinschaftsgärten praktiziert.
- Basisdemokratische Projektmoderation durch den Anthropologie- Studenten "Lucho" (Neffe von Pater Gabriel)
Infolge
der großen Vertrauensbasis des Projektes bei den Hochland-Indios
und zunehmend auch bei anderen Bevölkerungsgruppen, kann im Jan
2003 ein Agenda 21-Bildungsprojekt begonnen werden. Anlaß ist ein
Treffen von ca 300 Quechua -Indianern in der Pfarrei, Vertreter der
Gemeinschaftsgärten und kultureller Gruppen. Nach zahlreichen
Berichten über die Gemeinschaftsgärten, Liedern und
Tänzen die den Gartenbau beinhalteten, werden weitere Agenda
21-Gruppen gebildet: Spiritualität (Mutter Erde und
Befreiungstheologie) , Politik ( Globale Solidarität ), Umwelt und
Naturschutz (besonders Schulgärten), Textiles, Keramik, -
und modell-lhaftes Wohnen und weitere Gruppen nach Bedarf und Angebot..
Armutsbekämpfung
ist ein integrales Anliegen aller Gruppen. Die Bekämpfung der
extremen Armut durch den Arbeitskreis Vida Digna = Würdiges Leben
(nur 13 % der Kinder unter 14 Jahren sind normal ernährt ) wird im
Jan. 2005 begonnen und wird inzwischen zusammen mit den „
Hermanas de Jesus Pobre“ ( befreiungstheologisch orientierter
Orden) sehr erfolgreich betrieben.
Eine Agenda 21-Partnerschaft
zwischen dem Projektegarten im Heubühl (Bildungsprojekt der
lokalen Agenda 21 Bruchsal) und der Agenda 21-San Pablo wird existiert
seit 2003.
Im Sept. 2004 wird das Agenda 21-Bildungsprojekt als
Verein anerkannt und nennt sich APDASA 21 ( Verein für alternative
und nachhaltige Entwicklung Agenda 21)
Die Finanzierung des
Projektes wird durch den Projektegarten im Heubühl, die Agenda-AG
der Realschule Ubstadt-Weiher und private Spender ermöglicht.
Misereor beteiligt sich ab Juli 2002 finanziell. Die monatlichen
Projektkosten sind inzwischen auf 1000.-€ pro Monat limitiert
(hauptsächlich für Taschengelder der über 30
Projektmitarbeiter/Innen. Der Rest wird für Essen,
Fortbildung, Verwaltung und Materialien benötigt.
Mit
einem einem Öko- Restaurant, das in den angepachteten Teil
des Pfarrhauskomplexes eingebaut wurde und mit 7 Betten für
Solidaritäts-und Ökotourismus soll die finanzielle
Unabhängigkeit des Projektes eingeleitet werden.
Anfang 2006
werden die ersten beiden Tochterprojekte gegründet: in
Yanaoca (4000 m) Checacupe (3400m) . Beide entwickeln sich gut
gut und sollen selbst Finanzierungsquellen suchen.
Alle Projekte
mischen sich im Agenda 21-Sinne in die Politik ein und werden
hoffentlich in den peruanischen Kommunalwahlen im Nov. Erfolge
verbuchen können.
Die Perspektiven:
Im Febr 2005
beendet Lucho sein Anthropologie-Studium in Cusco mit dem
Bacheler-Grad.. Rodolfo Flores, ein arbeitsloser Junglehrer, wird als
Nachfolger gewählt. Von Juli-Sept 2006 besucht Lucho Bruchsal und
arbeitet einige Wochen im Projektegarten im Heubühl mit. Nach
seiner Rückehr berät und überwacht er alle drei Projekte.
Wahrscheinlich
wird Lucho in Deutschland seinen Master machen und anschließend
weiter im Sinne des APDSA 21-Projektes arbeiten. Neue Projekte vom
APDSA 21-Typ sollen vor allem auch im Regenwald entstehen.
Lucho,
Pater Gabriel und Rudolf Sessler werden dafür garantieren, dass
sämtliche Projekte basisdemo-kratischen Charakter behalten und die
Projektleitlinien beherzigen.
Projektsituation aktuell im Herbst
2006: Die drei Projekte erreichen z..Z.etwa 30 Dörfer in der
näheren und weiteren Umgebung mit verschiedensten Kursen und
Beratungen integrale Gemeinschaftsgärten stehen weiterhin im
Mittelpunkt. Mehrere hundert Familiengärten sind die
Folgeerscheinung. Neue Arbeitgruppen sollen gebildet werden : Auf
ökologischen Wege in den Regenwald (Abwanderung in den R.)
Nutzung der buschigen Hänge (laderas), Herbergen für ausgegrenzte ältere Menschen
Finanzierung
aktuell: Die Spendengelder und die Verdienste des Projektegartens im
Heubühl ( in diesem Jahr bisher 1200.-€ ) reichen bis
Jan nächsten Jahres, wenn das Limit von 1000.-€
monatlich nicht überschritten wird.
Es muss jetzt mit Volldampf nach neuen Geldquellen gesucht werden, u.a. über Organisationen.
Wichtige
ideelle Ziele der Bildungspartnerschaft sind der Austausch von
Kenntnissen und Erlebnissen in einem Natur -und Zivilisationsvolk
und Schlussfolgerungen für „ Eine andere Welt ist
möglich“ (Attac)
Die Problematisierung des Neoliberalismus und solidarisches Wirtschaften stehen dabei an erster Stelle.
Spenden
sind für das Gesamtprojekt in Peru sind z.Z. noch sehr
erwünscht. Die Spender können sich dabei bestimmte
Kleinprojekte heraussuchen und persönliche Kontakte dazu
herstellen.
Spenden mit Bescheinigung auf das Konto Nr.10 40 39 05
des Kath. Pfarramtes St.Peter, Sparkasse Kraichgau ( 663 500 36 )
Vermerk: Agenda 21-Bildung San
Pablo/Peru
Infos: Rudolf Sessler 07251 89437