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Am Machu Pichu, einem berühmten Touristenziel für Peru-Reisende, scheiden sich die Geister: Ein ausländisches Firmenkonsortium will die Ruinenstadt und ihre Zugänge weiter kommerzionalisieren, dem bequemen Konsum-Tourismus die Schleussen öffnen. Dagegen halten die Hochland-Indios. Sie wollen ihren Heiligen Berg vor dem Rummel schützen und weiterhin die Chance haben, ihre Handarbeiten am Fuß des Berges zu verkaufen.
Der Tourismus ist für arme Völker eine große Entwicklungschance. Allerdings sahnen im Normalfall die Reichen im Aus- und Inland das meiste ab. Die arme Bevölkerung geht weitgehend leer aus. Inzwischen sind andere Tourismusformen wie der "Sanfte Tourismus" im Kommen.
Vor wenigen Monaten haben wir begonnen, für die San Pablo-Region einen bescheidenen solidaritäts-bzw. Ökotourismus zu entwickeln.
In
dieser Sache arbeitet seit Juni 2004 Rudi Kunstmann (20 J.) aus
Bruchsal in San Pablo mit der Projektgruppe unseres Agenda 21-Bildungpartnerschaft.
Die folgenden, idealtypisch formulierten Thesen, sollen die Richtung weisen und die Diskussion eröffnen:
- Wir reisen in globaler Verantwortung, um einen Beitrag zu leisten für die Bewahrung bzw. Erringung der Menschenrechte, die Verbesserung der Lebenschancen für arme Menschen. (
- Wir kommen aus einer Gesellschaft, die noch lange nicht zukunftsfähig und in mancherlei Hinsicht fehlentwickelt ist (Zivilisationsschäden, Verwöhnungsprozesse, kapitalistische " Wertwelt", Umweltschäden, Treibhauseffekt....).
- Wir sind offen für die Kulturen vor Ort, in diesem Falle für die Hochland-Indios, die ökologisch weitgehend vorbildlich leben (im Sinne de Agenda 21) und mancherlei Anregungen für unsere eigene Lebensform geben können (Gemeinschaftsarbeiten, Tauschhandel, naturnahes Leben).
- Unseren finanziellen und technischen Beitrag für die Agenda 21-Entwicklung vor Ort werten wir vor dem Hintergrund einer ungerechten Weltgesellschaft, die sich durch die kapitalistische und neoliberale Wirtschaftsweise nebst dem konsumistischen Lebensweise in arm und reich aufspaltet.
- Wir lassen uns von der Lebensfreude und der Herzlichkeit der Menschen vor Ort mitreißen und sind offen für ihre spirituellen und kulturellen Wege (christliches Brauchtum, Pachamama (mutter Erde), Apus (Berggötter), Tänze, ... Integration aller Lebensaspekte).
- Wir vermeiden jegliches Konsumismus-Gehabe und geben nur bescheidene Trinkgelder für unsere einheimischen Begleiter/innen. Den finanziellen Beiträgen für das Gesamtprojekt bzw. für Einzelprojekte sind keine Grenzen gesetzt.
- Wir können die Chance wahrnehmen, im Experiment mit uns selbst bzw. mit den Menschen vor Ort einen bescheidenen und spirituellen Lebensstil zu erproben.
Möglichkeiten vor Ort
Der Zentralort San Pablo ( 3500 m hoch) liegt am Vilcanota, dem Heiligen Fluß der Inkas (Hochebene). Man erreicht ihn über Cusco (eine Flugstunde von Lima) mit Bus auf guter Asphaltstraße in 2-3 Std. (sehr schöne, problemlose Fahrt). Die Verbindung ist sehr gut, ebenso zu dem 10 km entfernten Provinz-Städtchen Sicuani, das in 20 Min mit Bussen und Kleinbussen auf derselben Strasse zu erreichen ist (Einkäufe).
Die Ortsteile liegen mehrheitlich in den Bergen, zugänglich über Feldwege, mit Mountainbike oder zu Fuß. Sie liegen bis ca 4000 m hoch.
Am Dorfplatz (plaza de armas) liegen Kirche und der große, einstöckige, 102-jährige Pfarrhauskomplex mit drei Innenhöfen.
Der Eingang führt in den mittleren blumenreichen Innenhof mit Zugang zur Küche, Eßzimmer, einem Zimmer für Gartenbau- und Agenda-Projekt, sowie drei Zimmern mit 7 Betten für Touristen, sowie sanitären Anlagen (mehr oder weniger integriert).
Ein weiterer Innenhof dient als Begegnungsstätte für große Treffen (Versammlungen, Tänze, Kulturelles), auch als Freilandklassenzimmer und Werkstatthof für Töpferei, Vulkansteinbearbeitung, Textiles u.ä
Im dritten Innenhof gibt es eine Wiese, ein Plastik-Gewächshaus für Tomaten, Bohnen, Auberginen... und eine Karpfen-Anzucht, einen großer Backofen und eine Kaninchenzucht, sowie die Schülerspeisung für ca. 80 Kinder.
Ein Teil des Pfarrhauses wurde Anfang 2004 in das "Ristorante Pachamama" ( Restaurant Mutter Erde ) umgebaut. Wenn es kurz nach 18.oo Uhr dunkel und kühl wird, spendet ein großer Lehm-Ton-Ofen behagliche Wärme. Das Restaurant dient der kulturellen und geselligen Begegnung.
Zwischen Kirche und Pfarrei ist ein großer Ökogarten, mit Gemüse, Obstbäumen und Medizinalpflanzen und Blumen, die von grünen Kolibries angeschwärmt werden.Des weiteren eine didaktische Hütte und eine Küche, wie sie die Hochland-Indios benützen. Der Garten erstreckt sich um die Kirche herum und lädt zum Verweilen ein.
Mancher Ankömmling (Lima, eine Flugstunde nach Cusco, Busfahrt nach San Pablo) hat Höhen- und Verdauungsprobleme. Coca-Tee u.ä. können Erleichterung bringen.
Für die Eingewöhnungszeit empfehlen sich kleine Bummeleien im Tal. Vor dem Ortsrand (200 m) liegt eine weite Wiesen-Pampa, teilweise mit Sumpfwiesen, Wassergräben, Kühen, Eseln, Schafen. Ein Fernglas lohnt sich für die Beobachtung von Wasservögeln. Auf den Bahnschwellen (zweimal wöchentlich ein Bummelzug von Cusco nach Puno) kann man ungestört kilometerweit laufen.
Nach ein paar Tagen Eingewöhnungszeit kann man den Bergbächen entlang in die Seitentäler hochwandern, allein oder in Begleitung von Katecheten. Problemlos kann man an den Treffen in den Gemeinschaftsgärten teilnehmen: Gartenbau-Überprüfung, Lieder, Reden, Religiöses (Pachamama, Bibel ) Tänze, Essen...
Naturschönheiten
und Ruinen aus der Inca-Zeit in der näheren und weiteren Umgebung
laden zum Besuch ein. Mehr dazu von Rudi Kunstmann in der nächsten
Zeit.
Und hier ist nun der eindrucksvolle
Bericht und jede Menge Bilder zu Städten, Dörfern,
Sehenswürdigkeiten und möglichen Aktivitäten von
Rudi Kunstmann.
San Pablo
San Pablo, ein Dorf mit cirka 6700
Einwohnern verteilt auf zahlreiche Gemeinden, gelegen in der Provinz
Canchis, ist der Sitz unserer Organisation APDASA 21.
Da das gesamte Projekt auf den Leitlinien der Agenda 21-Akte fußt,
wollen wir auch in diesem Sinne Tourismus vor Ort fördern (Ökotourismus
/ Solidaritätstourismus / Ethnotourismus), der der
teilweise verarmten, indigenen peruanischen Bevölkerung zu
Gute kommt.
Nicht aber, wie leider so oft praktiziert,
nur den großen Konzernen, die oftmals sogar aus dem Ausland
kommen und wie zum Beispiel in Machu Picchu "absahnen",
des weiteren sogar die eigentlichen Nachkommen der Inkas, die dort
ihr Kunsthandwerk und ihre Textilien verkaufen wollen, verscheuchen,
um noch mehr Profit erzielen zu können, i. D. R. mit industriell
erstellter Ware etc..
Eines unserer Ziele ist, dem Tourismus
ein anderes Gesicht zu geben, das heißt, eine Form von Tourismus
zu entwickeln, der die ansässige Kultur schützen
und fördern kann, anstatt sie zu missbrauchen
oder sogar zu zerstören, was im Zeitalter der Globalisierung
eine sehr schwere wie auch wichtige Unternehmung ist. Auch in Peru
ist der Pauschaltourismus weit verbreitet.
Konkret bedeutet das ja möglichst
viele Sehenswürdigkeiten in möglichst wenig Zeit gesehen
zu haben. Vom Leben der Leute, von Bräuchen, Tänzen,
der Spiritualität usw., kriegen die meisten Touristen
allerdings fast gar nichts mit, und wenn, meist nur von angeheuerten,
professionellen Mitarbeitern der Agenturen, die durch diese "Shows"
ihren Lebensunterhalt verdienen. Mit dem eigentlichen Andinischen
Leben hat das wenig zu tun.
San Pablo, im Hochland auf einer
Höhe von 3466 Metern gelegen, hat in dieser, kulturellen
Hinsicht viel zu bieten. Die ganze Region Canchis
birgt einen unglaublichen Reichtum in sich, was
Tänze, Trachten, Musik und Feste angeht. Fast
jeder noch so kleine Ort verfügt über seine eigene traditionelle
Kleidung, über eigene Kostüme, Tänze, Lieder und
Bräuche.
Auch die Anzahl der verschiedenen
Mythen und Sagen, der Erzählungen von den zahlreichen
Apus (Berggeister, dem Pacha Mama-Glaube entstammend (Mutter Erde)),
der Rituale, wie zum Beispiel dem Pago,
bei dem der Pacha Mama zur Danksagung und Wunschäußerung
Opfer in Form von Kokablättern, Nahrung etc., dargebracht werden,
nimmt kaum ein Ende.
Des weiteren bietet San Pablo in naher
und ganz Canchis in etwas weiterer Umgebung eine Vielzahl von Wandermöglichkeiten.
Für den Anfang empfiehlt
es sich, in der sehr nahe am Ort gelegenen, schönen
Salzwüste spazieren zu gehen, um sich etwas an die
dünne Hochlandluft zu gewöhnen. Nach
wenigen Tagen, abhängig von körperlicher Ausdauer und
Interesse, eröffnet sich einem eine Vielzahl an Möglichkeiten
verschiedener Wandertouren.
Von der nahe gelegenen Salzwüste
"Katchi Pampa" oder dem Berg Achalla,
der von der Pfarrei aus in 2 Stunden leicht erklimmbar ist und auf
der Höhe von fast 4000 Metern einen herrlichen
Ausblick bietet, bis hin zu abenteuerlichen Touren
wie der zu den vom Tourismus noch nicht erschlossenen Inkaruinen
in Acomayo, für die man in jedem Falle 2 Tage einplanen
sollte, einschließlich einer Übernachtung in
einer Felshöhle...
Auch der Ortsteil Songoña
lädt durch seine faszinierende natürliche Schönheit
besonders in den Monaten Januar und Februar zu
kleinen oder größeren Spaziergängen ein. Mit Eukalyptusbäumen,
dem kleinen Rio Songoña, Kolibris, bunten
Blumen und Sträuchern sowie vereinzelten Lehmhütten, ist
dies sicherlich der romantischste Ortsteil San
Pablos. Mitarbeiter des Projektes stehen als Führer bereit.
San Pablo ist traditionell
Heimat von Kunsthandwerk sowie Textilerie,
besonders Silberschmuck und ähnliches wird
auch heute noch von vielen San Pablinern hergestellt. Auch aus diesem
Grunde befasst sich ein Teil unseres Projektes
mit der Erstellung von Kunsthandwerk, vorwiegend Keramik
oder Töpferei, sowie mit der Unterstützung
der hiesigen Textilerie. Die jeweiligen Produkte
stehen zum Verkauf zur Verfügung, die Erstellung
lädt allerdings, bei vorhandenem Interesse ebenso zur aktiven
Teilnahme ein. Auch existiert eine Sing- und Tanztruppe,
die den ein oder Anderen Abend für Stimmung sorgen kann( vor
Tanz wird sich hier kaum jemand drücken können...). San
Pablo ist ein Ort, in dem man kaum ein Auto vorfinden
wird. Die Ruhe und die freundliche, angenehme
Art der Menschen, lassen einen, im bescheidenen
Lebensstil, den Alltagsstress vergessen,
der in unseren reichen Ländern der Welt leider zur Normalität
geworden ist.
Wer zweifelt, wirklich seinen ganzen
Urlaub in einem Hochlanddorf verbringen zu wollen, ist unproblematisch,
nach zweieinhalbstündiger Busfahrt auf asphaltierter Straße
in der Metropole Cusco angelangt.
In südlicher Richtung liegen
andere touristisch attraktive Städte wie Puno
oder Arrequipa, die ebenfalls einfach erreicht
werden können. Sicherlich bietet sich deswegen eben so gut
ein kombinierter Peru-Aufenthalt an, eine Rundreise
mit einem anschließenden Aufenthalt in San Pablo oder umgekehrt.
Ein weiterer Teil des Projektes ist das Ökorestaurant
Pacha Mama, in dem einheimische Produkte,
zum Teil auch aus dem eigenen Projektgarten
sowie eigens gezüchtete Kleintiere, zum Kochen
verwendet werden. Normalerweise ein mal in der Woche geöffnet,
werden hier die Touristen, falls vorhanden, je nach Wunsch und Absprache
auch täglich, mit einheimischen Gerichten bewirtet. Momentan
existieren 4 Zimmer mit einem bis zu 11 Betten und mehr oder weniger
integrierten Bädern. Der Preis beträgt zwischen 6 und
30 Soles pro Nacht/Bett.(4 Soles entsprechen circa einem Euro)
Schlechtes Konsumverhalten, das heißt
prahlerischer Umgang mit Geld und all zu große Trinkgelder,
könnte einen falschen Eindruck hinterlassen, und sollte stets
vermieden werden. Spenden für das Gesamtprojekt hingegen sind
immer willkommen. Wer allerdings Interesse hat in einem Bereich
des Projektes selber mit zu arbeiten, sollte uns vorher kontaktieren
und wird in diesem Fall natürlich von den Übernachtungskosten
freigestellt. Dieser Idee folgend wollen wir zwischen Öko,
Ethno- und Solidaritätstourist unterscheiden.
Der Solidaritätstourist kommt,
um in einem der etlichen Bereiche des Projektes mitzuhelfen, Verbesserungsvorschläge
zu geben oder ähnliches(z. B. In den Bereichen Medizinalpflanzen,
Kunsthandwerk, Imkerei usw.). Ihm werden keine Übernachtungskosten
veranschlagt. Natürlich ist aber eine gewisse Vorkenntnis der
Struktur des Projekts nützlich oder eventuell notwendig.
Der Ökotourist kommt lediglich
um einen schönen, ruhigen Urlaub in der Natur zu verbringen,
das hiesige Angebot von Wandertouren, Festen oder Ähnlichem
je nach seinem Interesse nutzend. Der Ethnotourist kommt ähnlich
wie der Ökotourist, um einen Urlaub zu verbringen, nur mit
dem Schwerpunkt, die hiesige Kultur gut kennen zu lernen. In diesem
Bereich können eventuell Schamanen eingeladen werden, die einen
Pago aufführen und/oder die Andinische Kosmologie erklären.
Außerdem gibt es ein reichhaltiges Angebot an Tänzen,
Gesängen, Bräuchen sowie traditioneller Kleidung.
Die Anreise mit dem Flugzeug, wie
bereits erwähnt, ist unproblematisch, das heißt(i. D.
R.): Flug nach Lima, von Lima weiter nach Cusco und von Cusco aus
nur noch zweieinhalb Stunden schöne Busfahrt auf einer Strasse
im besten Zustand. Auf dem Landweg innerhalb Perus ist die Anreise
mit dem Bus nach Sicuani, da Reisverkehrsknotenpunkt, ebenfalls
einfach. Zum Beispiel von Lima aus fährt man zu nächst
nach Arrequipa, wechselt dort das Fahrzeug und steigt auf dem Weg
Richtung Cusco in Sicuani oder 10 Minuten später direkt in
San Pablo aus. Den Tourismus sehen wir nicht als Schwerpunkt sondern
als einen weiteren integrierten Teil des Projektes. Einnahmen oder
Hilfe durch Mitarbeit des Solidaritätstouristen sollen dem
Projekt bei seiner Entwicklung in Richtung Selbstständigkeit
helfen, es verdienen keine Einzelpersonen.
Ein weiterer, wichtiger Punkt ist
die Sprache. Es haben zwar einige Personen des Projektes begonnen,
Englischunterricht zu nehmen, dennoch ist eine gewisse Kenntnis
der spanischen Sprache für Ausländer fast unumgänglich.
Außer denen im konventionellen Tourismus arbeitenden Führern
trifft man in Peru selten eine Person an, die die englische Sprache
beherrscht. In Abgeschiedenären Gegenden wird zum Teil fast
ausschließlich Ketschua gesprochen, die "Sprache der
Inkas". Aber auch hier kommt man mit Spanischkenntnissen praktisch
immer zu recht. Auffällig ist, dass leider besonders jüngere
und in Städten lebende Peruaner Ketschua mehr und mehr vergessen.
Wir hoffen, nicht nur Ausländer
sondern auch möglicherweise in Lima oder anderen Großstädten
lebende Peruaner als Gäste empfangen zu können. Der Text
sowie die hier vorgestellten Bilder können hoffentlich einen
ersten Eindruck vermitteln.
Bei Interesse, für Fragen, Anregungen,
Kritik oder Ähnliches, schreib(en) (Sie) an eine der folgenden
Internetadressen. Anm. : Hier meine E-Mail Adresse rudikunstmann@hotmail.com
sowie die des Projektes in Peru
Die "Comunidades Altos"
von San Pablo. Eine weitere, wunderschöne Möglichkeit
zum wandern bieten die zu San Pablo gehörigen Kommunen Rocconi,
Huallani und viele mehr. Die beeindruckende Vegetation wie auch
die unglaubliche Ruhe laden hier zum verweilen ein. Es bestehen
verschiedene Möglichkeiten des "Aufstiegs". Eine
Teilstrecke kann mit Fahrrad, Motorrad oder, für die Zukunft
geplant, mit Pferden zurückgelegt werden. Auf dem Weg kann
man das innere eines Felsens mit Höhlenbemalungen besichtigen.
Für den Abschnitt nach Huallani, die Höchstgelegene der
Comundidades, empfiehlt sich in jedem Fall eine Wanderung. Beeindruckend
sind neben der Hochebene, auf der sich die Siedlung Huallani erstreckt,
besonders die alten Ruinen, die wahrscheinlich aus der Prä-Inka
Zeit stammen. Auch bei einem verhältnismäßig kurzem
Aufenthalt sollte diese Tageswanderung nicht ausgelassen werden!
Acomayo
Eine der schönsten und spektakulärsten
Wanderrouten der Region befindet sich in Acomayo. Hier
lassen sich bezaubernde Inkaruinen besichtigen, des weiteren kann
man mit etwas Glück Vicuñas, Kondore oder sogar Pumas
sehen. Auf der Strasse Richtung Cusco weicht man hinter Combapata
in westlicher Richtung nach Sangarrarra ab. Für bereits an
die dünne Luft gewöhnte und abenteuerlustige Leute beginnt
von hier ab eine beeindruckende, circa 6 Stunden dauernde Wandertour
bis fast an die Schneegrenze.
Das letzte Stück der Wanderung
ist ein leichter Abstieg auf einer Hochebene, bei der man bereits
einen atemberaubenden Einblick in das Tal erhält, aus dem auf
einem kleineren Gipfel die Inkaruinen hervorragen. Die Nacht verbringt
man in einer Felshöhle, auf Paga (Stroh) in einem Schlafsack,
um dann am nächsten Morgen deutlich unbeschwerlicher zurückzuwandern.
Die selben Ruinen sind auch einfacher
in einer Ein-Tagestour zu erreichen. Hierzu legt man ein größeres
Stück mit dem Auto zurück, bis zur Ortschaft Huayqui oder
Santa Lucia und wandert nur ein bis zwei Stunden. Dadurch muss auch
nicht über Nacht geblieben werden. Außerdem befinden
sich in der selben Region die 4 Lagunas, vier schöne Seen,
die besichtigt werden können.
Combapata
In Combapata, 20 Kilometer nördlich
von San Pablo, fließt der Rio Vilcanotta, der heilige Fluss
der Inkas, mit dem Rio Sallca zusammen. Von einer zerstörten
Brücke der Kolonialzeit aus, die im Moment restauriert wird
lässt sich eine Wandertour entlang des Sallca unternehmen,
einem schönen, forellenhaltigen Fluss im Kiesbett. Auch besteht
die Möglichkeit, auf den Bussen Fahrräder nach Combapata
mitzunehmen.
Die Steigung ist nicht all zu stark
und kann auch von Leuten, die sich noch nicht lange in der Höhe
eingewöhnt haben, mit einigen Pausen bewältigt werden.
Die Dauer des Ausfluges ist beliebig wählbar. Auf dem Rückweg
kann man vom Flussbett abweichen und eine kleine, sehr schönen
Lagune passieren.
Checacupe, Pitumarca
30 Kilometer in nördlicher Richtung
von San Pablo befindet sich die Ortschaft Checacupe. Besonders hervorzuheben
ist dessen Kirche, die Elemente aus dem 16. Jahrhundert bewahrt,
darunter ein Holzgemälde, dass möglicherweise das älteste
der ganzen Region Cuscos ist. Spektakulär ist auch die sechseckige,
aus einem einzigen Stück gearbeitete Kanzel aus der zweiten
Hälfte des 17. Jahrhunderts, die wahrscheinlich als Vorbild
für die Kanzel der Kirche San Blas in Cusco diente.
Die kleine, aber reich verzierte Kirche
ist somit in kirchen- und kunstgeschichtlicher Hinsicht äußerstinteressant.
Auf einem kleinen Weg am Rio Pitumarca entlang erreicht man von
Checacupeaus die Ortschaft Pitumarca. Besonders erwähnenswert
sind die sich über dem Fluss befindenden Tropfsteinhöhlen
die man auf dem Weg passiert Außerdem lohnt sich eine Besichtigung
des Valle Pitumarca. Traditionell ist Pitumarca besonders berühmt
für seine Textilarbeiten.
Maranganí
Maranganí, südlich von
Sicuani und knapp 30 Kilometer entfernt von San Pablo gelegen, bietet
zahlreiche, unterschiedliche Ausflugsmöglichkeiten. Zum einen
lässt sich, neben der Strasse ein Stück hinter Sicuani,
eine Textilfabrik besichtigen. Die Architektur sowie die Arbeitsweise
der Angestellten beeindrucken. Die Bezeichnung "Manufaktur"
ist wohl treffender als "Fabrik". Allerdings kann ein
Besuch nicht mit Sicherheit garantiert werden, da sich die Arbeiter,
auf Grund von ausstehender Lohnzahlung, schon seit langer Zeit im
Streik befinden.
Ein Stück hinter Maranganí
befinden sich schöne und von Einheimischen viel frequentierte
Thermalbäder, die Aguas Calientes von Maranganí. In
verschiedenen Becken mit unterschiedlicher Wassertemperatur kann
man hier entspannen und verweilen. Touristische Busse halten hin
und wieder, zu meist aber nur damit schnell einige Fotos geschossen
werden können. Die Lagune Langui ist ein weiterer, sehr sehenswerter
Ort.
Eine gut erhaltene Brücke aus
der Kolonialzeit passierend, die einst der Revolutionsheld Tupac
Amaru im Kampf gegen die Spanier überschritten haben soll,
gelangt man zur Ortschaft sowie zur Lagune Langui. Eingeschlossen
von Bergen beeindruckt auch hier die absolute Ruhe, außerdem
können zahlreiche Wasservögel beobachtet werden. Wer gerne
kocht, kann sich von hier aus frische Forellen mitnehmen.
San Pedro
Das Nachbardorf San Pablos, nur 3.4
Kilometer entfernt, ist mit Sicherheit am besten bekannt durch die
Ruinenstadt Raqchi. Hier können alte, sehr
schöne Inkaruinen preiswert besichtigt werden. San Pedro trägt
dadurch den Titel "Tourismushauptstadt von Canchis". 
Vor den Ruinen werden zum Teil sehr
schöne Keramiken zum Verkauf angeboten, besonders
dieses Kunsthandwerk ist traditionell in San Pedro beheimatet. Außerdem
gibt es, nicht nur hier, Thermalbäder, denen
in der Regel Heilkraft zugesprochen wird.
Klar muss aber auch gesagt werden,
dass Raqchi durch seinen Bekanntheitsgrad vom konventionellen Tourismus
nicht verschont geblieben ist. Grosse, ausschließlich mit
Touristen gefüllte Busse auf der Strecke von Cusco nach Puno
halten hier regelmäßig um, oftmals nur eine halbe Stunde,
effektiv eine Toilettenpause mit einem weiteren Ruinenbesuch zu
kombinieren. Vergleichbar mit dem Rummel, der in Macchu Picchu herrscht,ist
der in Raqchi jedoch noch lange nicht.
Des weiteren lädt ein kleiner,
schöner Spaziergang dazu ein, die kaum 5 Minuten weiter entfernten
Prä-Inka Ruinen in Macchachmarca zu besichtigen, die von Rummel
noch weitgehend verschont geblieben sind. Wichtig für
Wanderfreunde: Es besteht die Möglichkeit, auf einem
alten Inkapfad, vorbei an einem Vulkankrater, nach
Raqchi zu wandern. In cirka 3 Stunden ist man am Ziel, ein sehr
empfehlenswerter Ausflug!
Sicuani
Mit über 50000 Einwohnern ist
Sicuani die Hauptstadt der Provinz Canchis und
Verkehrsknotenpunkt, einerseits für die Verbindungsstrecke
Cusco-Sicuani, andererseits möglicher Ausgangspunkt
für Reisen in den Süden des Landes, ob nach Arrequipa,
Puno oder Bolivien. 14.5 Kilometer von San Pablo entfernt, ist Sicuani
mit Sicherheit in erster Linie für diverse Einkäufe
oder Internetbesuche etc wichtig.
Busse, kleine oder größere,
fahren regelmäßig hin und zurück. Wer gerne kocht,
kann hier auf einem schönen, täglichen Markt einkaufen
gehen. Bekannt ist Sicuani auch durch seine Vergangenheit mit dem
Freiheitskämpfer Pumaccauha, der ebenso wie Tupacamaru gegen
die Spanier kämpfte. Ein Denkmal auf dem Plaza de Armas erinnert
an ihn.
Im Laufe des 19.Jahrhunderts, in den
ersten Jahrzehnten der peruanischen Unabhängigkeit, ang Sicuani
besonders durch florierenden Handel Tinta mehr und mehr an politischer
Bedeutung ab, 1834 wurde Sicuani bereits an Stelle von Tinta zur
Hauptstadt von Canchis ernannt. Heute ist Sicuani ein ruhiges Provinzstädtchen,
ohne Tourismus oder großen Rummel. Apotheken, Fotogeschäfte
und auch Wechselstuben können hier aufgesucht werden. Auch
kann man in der Regel immer Deutsche antreffen, die normalerweise
dort arbeiten oder ähnliches.
Tinta
Neben zahlreichen Festen und einigen
Sehenswürdigkeiten ist Tinta vorwiegend bekannt durch seine
wichtige geschichtliche Rolle in der Vergangenheit, sprich während
der Zeit der Kolonialisierung wie vor allem auch zu Zeiten der Unabhängigkeitsbewegung.
Tinta war unter der Herrschaft der Spanier die Hauptstadt der Provinzen
Canas und Canchis(Canas und Canchis waren die Volksstämme,
die in der Prä-Inka-Zeit die Region besiedelten). Während
der despotischen Herrschaft der Kolonialmacht schrumpfte die Bevölkerungsanzahl
in dieser Region von über 34000 (1628) auf gerade mal knapp
13000 (1754).
Die an die Umwelt angepasste, landwirtschaftliche
Technologie der Einwohner wurde abgeschafft oder verboten. Die Menschen
mussten nun in so großem Ausmaß für den Export
von Mineralien und anderen Gütern sorgen, dass sie sich kaum
noch selbst ernähren konnten. All dies führte zu dem ersten
großen, organisierten Aufstand in Südamerika, 1780, gegen
die Kolonialmacht Spanien, geleitet von dem Nationalhelden Tupac
Amaru, dessen Kopf noch auf den Münzen der vorherigen peruanischen
Währung, des Soles d´Oro,zu sehen war.
Nicht nur die Denkmäler der Familie,
die am Plaza de Armas stehen, können hier besichtigt werden,
auch die Ruine des Hauses/Versteckes von Tupac Amaru, alte Öfen,
in denen aus Metall Waffen erstellt wurden, das Feld, auf dem die
Spanier zum ersten Mal eine Niederlage erlitten sowie Eingänge
zu alten, unterirdischen Inkagängen, die von den Freiheitskämpfern
benutzt wurden. Die Entfernung zu Tinta liegt bei 14 Kilometern,
unproblematisch in 15 Minuten mit dem Bus erreichbar. Wer sich für
Geschichte interessiert, sollte also einen Besuch in Tinta nicht
auslassen, zu mal auch hier alles noch in "unberührtem"
Zustand vorzufinden ist.
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